Kleine Passagiere heben zu großen Fortschritten ab
„Liebe Passagiere, schnallen Sie sich an, damit unser Flugzeug starten kann!“ – Mit diesen fröhlichen Worten begann im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) eine ganz besondere Reise. Sechs Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen oder genetischen Besonderheiten machten sich auf den Weg zur „Petö-Insel“ – einem fantasievollen Ort, an dem sie zwei Wochen lang spielerisch ihre Selbstständigkeit im Alltag trainierten. Seit 2011 sind die Petö-Therapiewochen fester Bestandteil des Therapieangebots im SPZ unter der Leitung von Klinikdirektor Prof. Dr. Georg Schwabe. Im Mittelpunkt steht die konduktive Förderung nach dem ungarischen Neurologen András Pető. Das ganzheitliche Therapiekonzept verbindet Bewegung, Sprache, Wahrnehmung und Lernen und unterstützt Kinder mit neurologischen Bewegungsstörungen dabei, motorische Fähigkeiten und Selbstständigkeit nachhaltig zu entwickeln. Gemeinsam mit dem Förderverein Kinderlachen e. V. erhielten auch in diesem Jahr sechs Kinder die Möglichkeit, an der intensiven Förderung teilzunehmen. Unterstützt wurden sie von Praktikanten und einem Auszubildenden der Fachrichtung Physiotherapie des Medizinischen Schulzentrums der MUL – CT. Unter dem Motto „Wir fliegen auf die Petö-Insel“ verwandelte sich der Therapieraum in einen Flughafen mit Check-in, Sicherheitskontrolle und Flugzeug. Gemeinsam mit der ungarischen Konduktorin Judit Baranyi, die am renommierten Pető-Institut in Budapest ausgebildet wurde, übernahmen die Kinder die Rollen von Pilotinnen und Piloten, Flugbegleitern sowie Passagieren. Sie packten Koffer, kontrollierten Bordkarten, erklärten Sicherheitsregeln oder servierten Getränke und selbst gebackene Kekse, die sie später verkauften. Der Erlös fließt in die weitere Gestaltung der Petö-Therapiewochen. „Mit einfachen Mitteln schaffen wir eine Lernumgebung, die Spaß macht und gleichzeitig motorische, sprachliche und soziale Fähigkeiten stärkt“, erklärt Physiotherapeutin Irina Kabelitz.