Interprofessionelles Team der MUL – CT operiert in Tansania

Komplexe Neurochirurgie, Kinderchirurgie und erstmals Intensivpflege im Team
21.10.2026
Tansania 2
Tansania 3
Tansania 4
9F610B93 F3E1 4F72 964F F3F3E426C9B0
Tansania 6

Von Cottbus nach Mwanza: Das neurochirurgische Team der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) war erneut in Tansania und setzte seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Bugando Medical Centre (BMC) fort. Diesmal reiste Prof. Dr. med. Ehab Shiban mit einem interprofessionellen Team aus Cottbus nach Ostafrika – erstmals begleitet von Fachpersonen der Intensivpflege. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort führte das Team komplexe neurochirurgische Eingriffe durch, darunter die Behandlung von Hirntumoren und kinder-neurochirurgische Operationen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ehab Shiban, Klinikdirektor der Neurochirurgie an der MUL – CT, lag der Schwerpunkt diesmal auf der operativen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Hirntumoren, darunter große und anspruchsvoll gelegene Tumoren. Zudem wurden Eingriffe der endoskopischen Schädelbasischirurgie über einen transnasalen Zugang sowie komplexe kinder-neurochirurgische Operationen durchgeführt. Bei den Eingriffen kommt unter anderem das intraoperative Neuromonitoring zum Einsatz. Dabei werden wichtige neurologische Funktionen während der Operation kontinuierlich überwacht.

Neu war in diesem Jahr war die Begleitung durch zwei Kolleginnen, Pflegefachpersonen aus der Intensivpflege. Gerade nach komplexen neurochirurgischen Eingriffen ist eine qualifizierte und engmaschige Überwachung auf der Intensivstation von großer Bedeutung. Die beiden Pflegefachpersonen brachten ihre Expertise in der intensivmedizinischen Betreuung ein und unterstützten Weiterentwicklung der postoperativen Versorgung.

„Wir wollten an die bereits erfolgreich durchgeführten medizinischen Missionen der vergangenen Jahre anknüpfen und die neurochirurgische Versorgung in Mwanza gemeinsam weiterentwickeln“, sagt Prof. Dr. med. Ehab Shiban. „Dabei ging es nicht nur um die Operation selbst, sondern um die gesamte Behandlungskette – von komplexer Chirurgie über intraoperatives Monitoring bis hin zur sicheren postoperativen Versorgung. Besonders wertvoll war der persönliche und fachliche Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort.“

Der Einsatz ist Teil einer langjährigen Verbindung zwischen der MUL – CT und dem Bugando Medical Centre. Mit jedem Mal wächst dabei die gemeinsame Erfahrung im OP und vor allen Dingen die Kompetenz vor Ort. Besonders in der Kinderneurochirurgie schafft der kontinuierliche Austausch die Grundlage dafür, dass Wissen und Erfahrung langfristig weiterwirken.

„Eine erfolgreiche Operation endet nicht mit dem letzten Nahtstich“, betont Andrea Stewig Nitschke, Vorstand Pflege an der MUL – CT. „Gerade bei komplexen neurochirurgischen Eingriffen ist die postoperative Phase entscheidend. Deshalb ist es für uns ein wichtiger und zugleich folgerichtiger Schritt, diesmal auch die besondere Expertise unserer Intensivpflege in die interprofessionelle Zusammenarbeit einzubringen.“

„Die MUL – CT hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung für die Menschen in der Lausitz neu zu denken, umzusetzen und verlässlich in die Zukunft zu führen. Nach nur zwei Jahren Universität sind wir schon große Schritte vorangekommen – von neuen konkreten Gesundheitsangeboten für die Bürgerinnen und Bürger bis zu Digitalisierungsprozessen, die schon heute spürbar positive Effekte entfachen, z. B. die Plattform für das Entlassmanagement. Den Menschen mehr gesunde Jahre zu ermöglichen ist das Ziel, an dem alle an der Versorgung Beteiligten täglich konzentriert arbeiten“, so der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel und fährt fort: „Den Fokus auf die Entwicklungen in der Lausitz zu legen ist unser Auftrag – deshalb sind gleichzeitig aber Klinkpartnerschaften und Kooperationen von internationalem Rang nicht weniger bedeutsam. Das Engagement unserer Ärztinnen und Ärzte ist beeindruckend und es ist schön zu sehen, welche positiven Entwicklungen der konkrete Austausch und das Teilen von Medizin- und Pflegewissen entfacht. Die Klinikpartnerschaft mit dem BMC ist neben weiteren internationalen Klinikpartnerschaften Auftrag, Verantwortung und unbedingte Bereicherung für alle Beteiligten.“

Ein besonderer Dank gilt den Unternehmen DORO, ADIOR und inomed, die den Einsatz mit technischer Ausstattung und Expertise unterstützten. Dazu zählen Kopfhalterungssysteme, chirurgische Fräsen und Verfahren zur Überwachung wichtiger Nervenfunktionen während der Operation.