Apple Vision Pro Brille erstmals im OP der MUL – CT


Cottbus, 18.08.2026. An der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) wurde Ende Juli erstmals eine Apple Vision Pro Brille bei einem neurochirurgischen Eingriff eingesetzt – ein bedeutsamer Schritt in der digitalen Hochleistungsmedizin. Die MUL – CT zählt damit zu den ersten Kliniken in Deutschland, die die Mixed-Reality-Technologie im neurochirurgischen Operationssaal einsetzen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Ehab Shiban, Klinikdirektor der Neurochirurgie an der MUL – CT, erfolgte die Premiere während einer transnasalen Operation eines Schädelbasistumors bei einer Patientin mittleren Alters.
Die Apple Vision Pro, eine Art VR-Brille, eröffnet Chirurginnen und Chirurgen völlig neue Möglichkeiten der Orientierung während komplexer Eingriffe. Hochauflösende dreidimensionale CT- und MRT-Datensätze sowie Endoskop-Bilder können direkt im Sichtfeld des Operateurs eingeblendet werden. Alle relevanten Informationen bleiben jederzeit im Blick, ohne den Eingriff unterbrechen oder die Blickrichtung auf andere Monitore wechseln zu müssen.
„Es ist faszinierend, was modernste Technologien heute möglich machen. Dieses Verfahren ermöglicht uns, Bilddaten genau dort verfügbar zu machen, wo wir sie benötigen – direkt im Blickfeld der Operation. Die räumliche Orientierung wird erheblich verbessert und wir Operateure können komplexe Eingriffe noch präziser durchzuführen – was für den Patienten Qualität und steigende Sicherheit bedeutet. Gleichzeitig eröffnet diese innovative Technologie völlig neue Möglichkeiten in der chirurgischen Ausbildung und der interdisziplinären Zusammenarbeit“, sagt Prof. Dr. Ehab Shiban. Der Vorteil für Patientinnen und Patienten ist immens, so Shiban. Die präzise dreidimensionale Darstellung anatomischer Strukturen unterstützte dabei, gesundes Hirngewebe bestmöglich zu schonen. Die Operateure könnten sich während der OP viel schneller orientieren, Arbeitsabläufe vereinfachen und die Operationsdauer signifikant verkürzen. Insbesondere minimalinvasive Eingriffe ließen sich noch zielgenauer durchführen und das Risiko möglicher Komplikationen weiter reduzieren. Er ergänzt: „All diese Entwicklungen bedeuten für die Patientinnen die Patienten, weniger Belastung und Risiko, noch bessere OP-Ergebnisse und Vertrauen in das Zusammenwirken von Mensch und Technik. Das, was vor kurzer Zeit noch wie entfernte Zukunft wirkte, findet auch heute schon statt.“
Das Operationsteam arbeitet in einer quasi neuen Welt. Durch den Einsatz der Vision Pro Brille werden hochauflösende 3D-Bildgebung, Endoskopie, Vitalparameter und radiologische Aufnahmen in einer einzigen Arbeitsumgebung vereint. Und weil die virtuellen Monitore flexibel im Raum positioniert werden können, wird allen zusätzlich eine flexiblere und somit ergonomischere Arbeitsweise ermöglicht. Die Steuerung erfolgt intuitiv über Blickbewegungen und Gesten.
Und auch Assistenzärztinnen und Assistenzärzte werden künftig in der Aus-, Fort- und Weiterbildung dieselben Ansichten wie die Operateurin oder der Operateur verfolgen können. Dadurch wird möglich, dass sich selbst feinste Bewegungen und Instrumentenführungen in sensiblen Operationsbereichen nachvollziehen und unmittelbar besprechen lassen. Perspektivisch ermöglicht die Technologie zudem, Expertinnen und Experten anderer Kliniken nahezu verzögerungsfrei zur Konsultation zuzuschalten.
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT: „Der erstmalige Einsatz der Apple Vision Pro in unserer Neurochirurgie steht Pate für die technologischen Möglichkeiten der heutigen Zeit und bestätigt uns gleichzeitig darin, wie richtig es war und ist, unseren einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung gesetzt zu haben. Durch die Universitätsmedizin hier in der Lausitz werden wir die Chance maximal gut nutzen, innovative, digitale Technologien direkt in der Versorgung, in Forschung, Lehre und Ausbildung einzusetzen, um die Qualität der Ergebnisse für die Patientinnen und Patienten direkt zu verbessern. Das ist die Vision, dass eine Universitätsmedizin durch hohe Expertise und Forschergeist der handelnden Personen für die Menschen, denen das Versprechen besserer Versorgung gegeben wurde, aus Strukturwandel Versorgungsqualität entstehen lassen.“
Nach dem erfolgreichen Ersteinsatz plant die Klinik für Neurochirurgie den weiteren Einsatz insbesondere bei Gehirnoperationen und Wirbelsäuleneingriffen. Es wird geprüft, in welchen Kliniken und in der Pflege die Technologie ebenso sinnvoll eingesetzt werden kann.